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Ja,
warum eigentlich? Gute Frage. Dennoch verhält es sich mit dieser
Fragestellung ähnlich, als wenn wir einen zweiten, dritten oder
vierten fragen, weshalb er bereits sein Leben lang gerne Spinat
esse, weswegen er Briefmarken sammeln würde, oder was ihn, und vor
allem warum, genau mit der Physik verbindet – eine Antwort wird
jedem einzelnen von ihnen sicherlich schwer fallen.
Tatsächlich
erscheinen mir die spirituellen Aspekte meines Wesens genauso natürlich
& selbstverständlich mit mir verwoben wie meine Vorliebe für
schöne Dinge, mein ausgeprägtes Interesse für Menschen, meine
Beschäftigung mit den verschiedenen Wesensarten der
Kommunikation, mein Bezug zum Schreiben oder auch meine Lust, fremde Länder
zu bereisen. Meinetwegen auch wie mein gelegentlicher Heißhunger
auf weiss-ich-nicht-was oder aktuelle Lieblingsfarbe soundso.
Tatsache
ist: Es gibt keinen bestimmten Punkt in meinem Leben, ein Trauma,
eine außergewöhnliche Erfahrung, ein übersinnliches Phänomen
oder ähnliches, die meine Neigung zu einer spirituellen
Auseinandersetzung begründen würden. In der Tat begleitet mich
die Frage nach Sinn & Urgrund bereits solange ich denken kann. In
dieser Weise ebnete die innige und kontinuierliche Suche nach
Wahrheit & Wirklichkeit jedoch meinen Weg, zeichnete ihn gewissermaßen in
zarter Linienführung vor, und ließ es lediglich eine
Frage der Zeit sein, wann ich die Spiritualität als geeigneten
Antwortgeber & engen Vertrauten (wieder)entdecken würde.
Für
andere mag es mitunter schwer verständlich sein, warum &
weshalb jemand die spirituelle Beschäftigung für sich wählt.
Zumal die Spiritualität vielerlei Vorurteil & Ablehnung für
sich beansprucht, kritische Musterung erfährt, und zumeist auf
gebührendem Abstand gehalten werden will, als sei es, dass
sie uns bedrohen würde oder aber uns gefährlich sein könnte.
Und
auch wenn viele Menschen im Laufe ihrer Existenz der Frage nach
dem Sinn des Lebens begegnen, tangieren sie diesen leisen Impuls
doch zumeist nur stellenweise & im Vorübergehen, und
verfolgen ihn kaum in allen Fällen weiter. Oder aber überlassen
alternativ den Kirchen & Religionen dieser Welt ihre Antwort.
Tatsächlich
scheint es, als sei einigen Menschen die unermüdliche, eigenständige
Sinnsuche mehr oder minder in die Wiege gelegt, als ein Samenkorn
eingepflanzt, welches nur auf geeignete Zeit & stimmigen Raum
wartet, um sich vollkommen & gänzlich unaufgefordert zu entfalten.
Ebenso wie andere Menschen genannte Vorliebe für Spinat, der Hang
zu Briefmarken oder aber das markante Interesse für Physik
charakterisiert. Wenn es aber keine logischen Beweggründe gibt,
die erklären, warum & weshalb wir uns zu Spinat, Briefmarken,
zur Physik – oder eben zu einer spirituellen Beschäftigung
hingezogen fühlen, dann muss die Triebfeder ohne Zweifel in der
Person selbst, im eigenen Inneren eines Menschen zu suchen sein.
Wenn
ich sage, dass wir tatsächlich alle & ohne Ausnahme höchst
spirituelle Geschöpfe sind, dass wir eigentlich alle wissen & Wahrheit kennen, und es lediglich eine Frage erfolgter Rückerinnerung,
individuellen Bewusstseins oder aber dessen ist, was wir uns vor
diesem Leben für dieses Leben vornahmen, begründe ich die
Spiritualität mit der Spiritualität selbst. Und werde kaum Verständnis
bei denen erfahren, die jeder spirituellen Betrachtung mehr als
skeptisch gegenüberstehen. Dennoch wird es mir niemals möglich
sein, einer spirituellen Beschäftigung anders als in dieser Art geeignete Erklärung an
die Hand zu geben.
Nicht
zuletzt quälte mich selbst lange Zeit die Frage, warum & weshalb ich mich
in meiner Person mit einer so drängenden Suche und ausdauernden
Sinnfrage konfrontiert sah, eine Suche, die ich weder abzustellen
noch zu übergehen wusste - und warum mich zu keinem Zeitpunkt mit
dem, was meine bloßen Augen sahen, was mich Gesellschaft, Schule
und menschliche Realität lehrten, zufrieden geben konnte.
Doch
zurück auf Los & von Beginn. Ein fragmentarischer Abriss
meines Weges in diese Welt: Wie besagt stellte ich bereits sehr früh
die Frage nach Sinn wie Ursprung dieser Existenz und richtete
meinen Blick fortwährend über Übliches hinaus. Ich war ein fröhliches,
unbeschwertes, gleichermaßen sensitives & sensibles Kind, und
die Aussage 'Das ist doch nicht normal' hat sich mir in ihrem
urteilsvollen Unterton bis heute eingeprägt & stellte lange
Zeit berühmte Ferse des Achilles dar. Ich war eine gute bis sehr gute Schülerin,
was sich erst in meiner 'rebellischen' Phase ändern sollte, in der
ich es zwischenzeitlich vorzog, überhaupt nicht mehr zur Schule
zu gehen, und später wiederum besser werden sollte. Dennoch
habe ich der Schule bis hin zum Abitur wenig Zuneigung
entgegengebracht, um es zurückhaltend zu formulieren, und sie mehr als
unumgängliche Pflicht denn als geliebte Kür empfunden. Ich gehöre somit auch sicherlich nicht zu den Menschen, die sich heute nach ihren
Schulzeiten zurücksehnen oder aber diese als die schönste &
unbekümmerteste Zeit ihres Lebens bezeichnen. Im Gegenteil.
Meine
Eltern hatten große Pläne mit dem augenscheinlich so
intelligenten Kind [und hier heißt es wohl inniglich: Verzeiht...
;-)], und ließen mich ab der fünften Klasse eine katholische,
humanistische Privatschule besuchen, inklusive Patres, Pflichtfach
Religion und Gottesdienst.
Entgegen
kam meinem Wesen hiermit immerhin, dass ich auf diese Art
innerhalb einer christlichen Jugendgruppe sozialisiert wurde, die
neben & außerhalb der Schule stattfand, und deren
verschiedene, kleinere Gruppen von älteren Schülern geleitet
wurden. In diesem Rahmen wurden häufig Fragen wie 'Wer ist
Gott?', 'Wer bin ich & wie sehen mich andere?', 'Was
ist mir wichtig im Leben?' oder ähnliches thematisiert und
gaben einer tieferen Betrachtung wie Selbstauseinandersetzung
bereits frühzeitig Übung & Nahrung.
Mit 14
wurde ich Vegetarierin, mit 15 konnte ich die Frage 'Was ist
der Sinn?' endgültig nicht mehr überhören. Und mit 16 kam
auch schon meine rebellische Phase. Bis hierher also ein nicht
wirklich ungewöhnlicher Werdegang.
Dennoch
machte ich bereits damals die Erfahrung, dass sich andere Menschen
& insbesondere Gleichaltrige gleichermaßen fasziniert wie
angezogen von mir fühlten, als auch umgekehrt verunsichert &
irritiert, und oftmals nicht wussten, was
sie mit mir anfangen sollten oder wie mich einschätzen. Während
sie somit einerseits meine Freundschaft und Anerkennung suchten und mich
andererseits provozierten und aus der Deckung zu locken probierten, suchten Ältere immer wieder gerne ihr Heil &
ihren Segen bei mir oder gestanden mir freimütig ihre Liebe - ein Umstand, dem ich mitunter etwas ratlos
gegenüberstand. Für mich selbst gilt in dieser Lebensphase wohl
am ehesten, dass ich eigentlich oft selbst nicht wusste, wer
ich war & was mich motivierte, warum ich war, wie ich nun
einmal war, und wo bei all diesem unter Umständen mein
Zuhause lag. Ich erinnere nur, dass ich mich immer wieder einmal
gerne als Fremdkörper fühlte, mir irgendwie 'eckig' & 'sperrig' vorkam, und sehr häufig mehr den Blick eines
Beobachters einnahm, als mich denn einfach an dem Spielen &
Treiben um mich herum beteiligen zu können. Dies, da es mir mitunter
schwer fiel, adäquate Seiten aus dem Hut meines
Verhaltensrepertoires zu zaubern.
Es
gibt ein paar Dinge aus dieser Zeit, die ich nach wie vor gut
erinnere, da sie mich damals äußerst beeindruckten & eine Seite
in mir zum Klingen brachten, die nach Süße und Heimat schmeckte,
die mir Schauer und Gänsehaut über den Körper jagte, die mir
Antwort und einen umfassenderen Kontext versprach. So ging es
beispielsweise im Rahmen einer beliebigen Unterrichtsstunde [ich
möchte einen Tipp abgeben: Religion?] um
Ursprung & Entstehung dieser Welt, woraufhin ein Mitschüler
eine interessante Sichtweise kundzugeben begann. Er sprach davon, dass er der Ansicht wäre, dass die
Menschheit bereits mehrmalig existiert hätte, ihren Gang wie
gewohnt durch die Geschichte und kontinuierliche Fortentwicklung
nahm, und irgendwann einfach derart wissend & klug
gewesen wäre, dass sie drauf & dran war, die Schleier zu lüften,
das Geheimnis allen Lebens zu schauen und gottesgleich zu
werden. Dies aber bedeutete seiner Meinung nach jedes Mal den Abgang
der Menschheit und das Ende der Erde, Gott nahm seine Kinder aus
dieser Welt, woraufhin alles wieder von vorne beginnen sollte. [Und nur mal
so am Rande: Meine Güte & Respekt, Phillip, woher hast Du
solche Betrachtungen genommen?].
Ich
erinnere wie besagt, dass mich seine Worte äußerst faszinierten
& einnahmen und dass ich mich seltsam angesprochen wie berührt
fühlte.
Ein
anderes Mal wurde im Rahmen eines Schulgottesdienstes [die
zuweilen am längsten & langsamsten verstreichende Stunde der
Woche] über Graf von Stauffenberg gesprochen und darüber,
wie er auf dem Gang zu seiner Hinrichtung den Spalierstehenden
furchtlos & nahezu erwartungsvoll zugerufen haben sollte: "In zwanzig
Minuten weiß ich mehr als ihr!" Wieder liefen mir Schauer über
den Rücken - auch hier empfand ich selbe unsägliche Faszination,
Erregung & Berührtheit und zeigte mich lange von diesem
Eindruck beseelt.
Doch
weiter im Text & zurück zu meiner 'Rebellenphase': Mit 16
ging einfach gar nichts mehr – wenn es um Fallbeispiele
klassischer wie gewissenhaft ausagierter Pubertät gehen will, dann weiß ich
hier eventuell auszuhelfen. Schulboykott im Total und mich Vormittage lang in
der Gegend herumtreiben, Alkoholvergiftung, von Zuhause weglaufen,
etc. etc. & ganz bestimmt ohne hier alle Details zum Besten zu geben - alles
mitgenommen. Ich wusste nicht wohin mit mir, und meine Eltern
wussten es, denke ich, auch nicht.
Bei
alledem blieb es immer schwierig, mir gegenüber damit zu
argumentieren, was andere machten oder taten, oder was nun einmal üblich wäre,
denn mir war es zeit meines Lebens ziemlich gleichgültig, was
andere taten oder auch blieben ließen - vor allem dann, wenn sie
nicht einmal begründen konnten, warum sie etwas taten. Ich
stellte mich somit allezeit intensiv und ausdauernd gegen jedwede Form der Konvention, sofern sie meines Erachtens des Sinns
und einer nachvollziehbaren Berechtigung entbehrte. In dieser Zeit habe ich wohl
meine gesamte Familie revolutioniert & ihnen in erster Linie
beigebracht, nichts oder nur wenig von mir zu erwarten, vor allem
nicht dann, wenn es darum geht, dass 'man' etwas so tut oder auch bleiben lässt. [Wer ist eigentlich
dieser kuriose 'man'? Hat ihn bereits jemand kennen gelernt?
Dennoch ein glücklicher Mann, der diese Welt regiert.. ;-)]
Mit
Abschluss der 10. Klasse setzte ich mich dann sehr für einen
Schulwechsel ein, da mich zunehmend das Gefühl beschlich, mich in
einer Art Scheinwelt zu bewegen, einer luftdicht verpackten,
hermetisch abgeschlossenen, friedlichen & kleinen Welt, während
20 Meter weiter die Prostituierten um Kundschaft buhlten. Ich fühlte
mich schlichtweg nicht länger am richtigen Platz.
Ich
kam daraufhin mit den Lehrern überein, dass sie mich versetzen würden,
wenn ich ginge, und bewarb mich bei der Anna-Freud, eine der
wenigen Schulen, die im Leistungsfach Psychologie anbietet – und
die auch ansonsten durchaus ihren Ruf weg hat, könnte man sagen...
Mit
einiger Mühe & Einsatz wusste ich schließlich auch meine
Eltern von meiner Wahl zu überzeugen, die immerhin wenig Argument
dagegen sahen, dass alles bis auf ihre fehlende Unterschrift
soweit vorbereitet und organisiert war.
Meine
strebende Suche nach Sinn & Tiefe geleitete mich demnach im
ersten Schritt in die Psychologie. Eine interessante Wissenschaft,
die mir ohne Frage einiges bis vieles mitgegeben hat, aber meinen
Hunger nach Antwort letztlich ebenfalls nicht zu stillen wusste.
Zumal ich die Psychologie oftmals eher als 'krankmachende' Lehre empfand, die nahezu ausnahmslos zum Ausgangspunkt ihrer
folgenden Betrachtung zu nehmen scheint, dass der Mensch & die Schöpfung
an sich nicht gesund seien, und in 100 von 100 Fällen der
Therapie und Klärung bedürften. Oder aber Probleme haben, von
denen sie nichts wissen bzw. Defizite, die sie verdrängen.
Zumal
es unser Psychologielehrer liebte, sich in jedem Semester ein bis
zwei Schüler aus unserem (etwa zehnköpfigen) Kurs auszugucken,
um in einem Einzelgespräch & unter vier Augen
bedeutungsschwer mit ihnen zu beraten, was sie denn nun genau für
Schwierigkeiten hätten, was nur mit ihnen los sei & warum sie
sich so verändert hätten. Und dass es doch bittschön bei
Gelegenheit zu überdenken gäbe, ob nicht eine Therapie
geeigneten Lösungsweg darstellen würde. Auch ich durfte in den
Genuss einer solchen Unterredung kommen – wie eigentlich jeder
im Laufe von drei Jahren.
Ausgeprägte
Schwierigkeiten hatte ich gleichermaßen mit der Definition der
Psychologie von dem, was denn nun eigentlich gesund, normal &
somit erstrebenswert sei – denn auch hier sah ich wieder einmal
ein äußerst festgestecktes, kategorisches Weltbild vertreten,
welches den individuellen Wesensarten außerhalb von Norm &
Konvention wenig Raum lassen will, sondern die vielen subjektiven,
einzigartigen Ausdrucksformen vielmehr tendenziell als fehlerhaft
erklärt. Sie aber viel seltener unterstützt und fördert.
All
dieses stieß mir in der Psychologie jedoch bitter auf & deckte sich
so ganz und gar nicht mit meinem Empfinden, dass im Urgrund alles
gut und vollkommen sei, dass jedes Individuum ein eigenes
unermessliches Universum verkörpere, und dass die Schablone des 'richtigen Menschen'
schlichtweg nicht existiere.
Die
Psychologie versteht es in der Tat wunderbar, dem Menschen ein
Fremdheitsgefühl gegenüber sich selbst zu vermitteln, sich als
komisch zu empfinden & ihm
das Gefühl zu geben, dass mit ihm irgendetwas nicht stimme.
Dass er ein 'Problem' habe - irgendein Defizit, das ihn mehr
oder minder 'abnorm' macht. Doch ich frage: Was ist die Regel, was ist
normal? Und wer legt dies fest? Und auch: Liegt hier wirklich auch nur irgendwie berechtigter Maßstab?
Zeit
meines Lebens ging ich demnach mit der Ansicht schwanger, dass der
Segen in der Vielfalt & Einzigartigkeit, viel weniger aber in einer Gleichmacherei
zu suchen wäre, und dass es tatsächlich vielmehr die engen
Verhaltensstatuten und übliches Procedere eines Weltenkonsens seien, die einen Menschen vorrangig
abnorm oder untauglich machten beziehungsweise für
solches erklärten. Eng geschnürte Horizonte und ein zu knapp
bemessenes Toleranzfeld, die somit vielmehr
eigentliches Problem darstellten, als dass ein Wesen an und für
sich überhaupt auch nur irgendein Problem kennen würde.
Auch
begleitete mich jederzeit das Gefühl, dass den Dingen tiefere
Motivation zugrunde liegen müsse und ein Wesen weitaus
umfassenderer Background charakterisiere, als hier wie anderswo so
gerne proklamiert. Und beispielsweise eine Suche, die ihren Blick über
diese Wirklichkeit hinausrichtet, nicht zwangsläufig dem Umstand
anzulasten ist, dass mir meine Schwester im Alter von 5 Jahren
ungefragt meinen Lolli stibitzte und ich seit dieser
unverarbeiteten & schmerzvollen Erfahrung ausgiebig Weltenflucht
betreibe. Gleiches gilt für die Ursachenforschung anderer
Wissenschaftszweige, allem voran der Medizin.
Es
liegt mir fern, hier in irgendeiner Art ein Schwarz-Weiß-Bild zu
zeichnen, oder aber die Psychologie oder anderes an den Pranger zu
stellen. Die Psychologie ist eine wundervolle Wissenschaft, die
sich um vieles verdient gemacht hat und es nach wie vor tut.
Weiterhin erkeimte in der Zwischenzeit vielerlei innovative
Betrachtung, deren Weltbild vielerorts erweitert wurde und teils
sogar die Wahrhaftigkeit küsst.
Tatsächlich
stellt die Psychologie, gleichermaßen wie auch die Physik, meines
Erachtens noch eine der vielversprechendsten wissenschaftlichen
Ansätze dar, wenn es darum geht, eines Tages die unergründlichen
Weiten unseres Wesens oder dieses Universums anzuerkennen. Ihr
einziges respektive vornehmliches Problem ist in meinen Augen nur,
dass sie sich beiderseits nach wie vor einer logischen Beweisführung
verpflichtet fühlen, und sich somit eigens das Schneckentempo
diktieren. Sie fassen nicht den Mut, einen an sich begrenzten, unzureichenden
Rahmen rationaler Logik zu verlassen & verwehren sich derart selbständig
Verständnis und Erkenntnis, in Bezug auf Dinge, die
grundsätzlich verstanden und erkannt werden können.
Das
Ende der Schulzeit & zeitnaher, bereits einige Jahre ersehnter
Auszug bei meinen Eltern glich denn einem Befreiungsschlag und
wurde mit Pauken & Trompeten von mir eingeläutet. Nur, dass
ich mich auf diese plötzliche Freiheit eigentlich kein bisschen
vorbereitet sah, und somit zwischenzeitlich ziemlich aus dem
Gleichgewicht geriet. Ich hatte meinem Empfinden nach so lange mit
Fesseln & in einem zu kleinen Raum gelebt, meine Spiritualität
& Sensitivität verleugnen müssen, und hatte mich so lange
damit beschäftigen dürfen, mich als normgetreu & richtig zu
beweisen, dass ich ohne dieses stützende Gerüst und so lange
gewohnte Korsett kurzfristig ins Rudern geriet und kaum Halt um
mich sah.
Hinzu
kam, dass ich in meinem vorherrschenden Charaktermerkmal der
Ungeduld [und jeder, der mich kennt, weiß ein Lied davon zu
singen...] sozusagen in Windeseile die Schallmauer durchbrach
& mir mein spirituelles Wissen kurzum im Schnelldurchlauf zurück-
und in dieses Leben holte – einmal Himmel, Hölle und zurück
sozusagen.
Meine
ersten Begegnungen mit dem Tod fanden im Alter von 12/13 Jahren
statt, als sich ein drei/vier Jahre älteres Mädchen aus meiner
damaligen Pfadfindergruppe sehr jäh & unverhofft das Leben
nahm. Gerade einmal eine Woche zuvor hatte ich mich zum ersten Mal
länger und eingehender mit ihr unterhalten & sie erstmalig
vollbewusst wahrgenommen. Es war ein Schock. Für entfernter
Stehende wahrscheinlich noch am geringsten. Als ich 14 war wählte
die Mutter einer Mitschülerin den freiwilligen Weg aus diesem
Leben & mit 15 starb meine innig geliebte Oma. Bei alledem
sollte es mir jedoch tatsächlich immer schwer fallen, Trauer zu
empfinden. Ich war zweifellos schockiert und fühlte
auch schmerzenden Verlust im Angesicht eines plötzlichen Abschieds, aber ich empfand
selten Trauer. Nur, dass ich selbst nicht wusste, warum dem so war
& mich damals nur selten zu erklären wusste.
Zu
den traumatischsten Erfahrungen in diesem Kontext gehören daher
auch nicht die Abschiede von bekannten oder geliebten Menschen an
sich, sondern vielmehr vorherrschender Umgang damit. Allem voran
das Schauspiel von Beerdigungen. Wenn ich sage, dass ich
Beerdigungen hasse, dann drücke ich mich wahrscheinlich noch höflich
aus. Tatsache ist: Ich habe sicherlich kein Problem damit, einem
Menschen das letzte Geleit zu geben, ihm Ehre & Wertschätzung
zu erweisen oder aber Zeichen einer tiefen Liebe zu setzen – aber ich
kann nur schwer mit dem scheinbar alternativlosen Schmerz, der verständnislosen Trauer
& und dem Elend leben, die auf diesen Veranstaltungen viel zu
oft vorherrschen.
Bereits
in meinen ersten Erfahrungen mit dem Tod begleitete mich hingegen
die tiefe Gewissheit, dass jemand nach wie vor da war, dass er
soeben einen Übergang gemeistert hatte und dass es ihm gut ginge –
wahrscheinlich besser, als jeder von uns in diesem Leben
überhaupt je von sich behaupten kann. Ich verstand nicht,
warum die Trauernden sich nicht fragten, was mit dem verstorbenen
Menschen passiert sei, wo er hingegangen wäre, wo er sich nun
aufhielte & was nach dem Tod tatsächlich mit uns geschieht -
und ich wusste nicht, um wen sie mehr weinten, ob um sich selbst
oder um den Verstorbenen. Ich verstand nicht, warum sie nicht
ahnten, und ich verstand nicht, weshalb sie nicht fragten –
sondern es sooft vorzogen, sich mit schmerzvoller Unwissenheit zufrieden
zu geben.
Gleichzeitig
kennzeichnete meine Person lange Zeit eine gewisse Form der 'Todessehnsucht', was ich, und darum bitte ich, an dieser
Stelle keinesfalls missverstanden wissen will. Ich war niemals ein
depressiver oder bekümmerter Mensch - wenn ich auch, und dies
verhält sich tatsächlich ganz & gar widerspruchsfrei,
manchesmal dieses Lebens durchaus müde sein will - und bin, so
vermute ich fast, weiterhin alles andere als ein optimaler Suizidkandidat.
Vielmehr
suchte ich lange Zeit nach Heimat, Rückhalt & vertrautem
Kontext, Dinge, die mir auch beim besten Willen schwer fallen
sollten, in dieser Welt beizeiten auszumachen.
Meinem
Weg entspricht es daher, dass es mir tatsächlich erst gelang,
mich vollends & ganz auf dieses Leben einlassen, als ich alles
über den Tod, die effektive Realität anderer Welten sowie Sinn
& Absicht dieser Existenz erneut in mein Bewusstsein gebracht
hatte.
Meinen
Einstieg in spirituelle Thematik machte somit denn auch die Nah-
& Nachtod-Forschung – ich las alles über dieses Thema, was
ich nur irgendwie zu fassen bekam, ich glaube fast, es gibt
kaum ein Buch aus dieser Zeit, dass ich damals nicht gelesen habe.
Ich wollte wissen, was da ist, nach dem Tod, welche Wirklichkeiten
hinter dieser Realität verborgen liegen, wer wir sind, woher wir
kommen & wohin wir gehen. Ich war auf der Suche nach Wahrheit
& Urgrund. Ich war auf der Suche nach mir selbst.
Den
Beginn stellte also ein durchaus erkenntnistheoretischer, nahezu wissenschaftlich zu nennender Ansatz dar, zumal sich die damalige
Nahtod-Forschung, allen voran Moody und Kübler-Ross, noch sehr um
empirische Beweisführung und methodische Haltbarkeit bemühten.
Hiernach
folgten Protokolle von Rückführungen &
Reinkarnationsbeweise, als auch solche Scherze wie übersinnliche
Phänomene inklusive parapsychologischer Erklärungsmomente,
gleichsam als Beleg unserer transzendenten Fähigkeiten. Als mein
Verstand gewissermaßen ausreichend befriedigt war, ich mir
quasi die Gewissheit erarbeitet hatte, dass an dieser Geschichte
ohne Zweifel irgendetwas dran sein musste, dass mein tiefes
Empfinden Wahrheit sprach, beschäftigte mich zunehmend auch mit
anderen spirituellen Themen. Es folgten die ersten Begegnungen mit
sogenannter spiritueller Praxis und wiederum später der Kontakt
mit anderen spirituell beschäftigten Menschen.
Im
Laufe der Jahre habe ich mir somit einen umfassenden breitgefächerten
Background geschaffen und eine zunehmende Rückanbindung an mein
ureigenes, persönliches Wissen verfolgt. Ich möchte in diesem
Zusammenhang betonen, dass es meiner Meinung nach nicht möglich
ist, sich spirituelles Wissen blindlings anzulesen oder aber eines
Tages mit rezipierter Wahrheit oder aber dem Bewusstsein anderer Leute
spazieren zu gehen. Aus diesem Grund ging es mir auf meinem Weg
& zeitlebens vielmehr darum, mich mit meinem eigenen
Wissen, mit dem meinem Wesen immanenten Bewusstsein zu verbinden,
als darum, die Aussagen anderer Menschen getrost &
unhinterfragt zu schlucken. Ich habe daher nie den kritischen
Blick auf die Dinge aufgegeben und mich lange Zeit mit den
unterschiedlichsten Ansätzen konfrontiert - dies, um mir auf
diese Art jeweils das eine oder das andere aus den
verschiedenen Betrachtungsweisen herauszupicken - das, was mit meinem
persönlichen Empfinden jeweilig Deckungsgleichheit zeigte - und somit mehr
und mehr zu meiner ureigenen & zutiefst bejahten Wahrheit vorzustoßen.
Dennoch
habe ich lange nach Worten gesucht, nach einer Bestätigung tief
in mir liegender Ahnung & an die Oberfläche drängenden Wissens, und ich muss wohl nicht wirklich bemerken, dass
diese Suche nach Verständnis & Ermutigung, innerhalb einer
Welt, die mein einstiger Deutsch-Leistungskurs-Lehrer so gerne als
"herkömmliche Anpackrealität" bezeichnete, mehr als oft
erfolglos blieb.
Ein
Aha-Erlebnis stellte in dieser Zeit & vor benanntem Hintergrund
insbesondere Jane Roberts 'Gespräche mit Seth' dar, ein Gefühl,
das, denke ich, manch einer mit mir teilen wird. Ich habe beim
Lesen dieses Buches durchgehend geweint & sah meine so innig empfundene Wahrheit erstmals in Worte gefasst,
bezeugt und
niedergeschrieben. Ich war in meinen Tiefen gerührt & bewegt,
schmeckte erstmalig
Heimat und wähnte, mir so eng vertraut erscheinenden Kontext
gefunden zu haben
Dies
mein Gang in die & mit der Spiritualität. Ein Weg, der
gewissermaßen keinen definierten Anfang & noch viel weniger
Ende kennt. Der Versuch einer Beschreibung, die sich nicht
vollständig wähnt. Eine Bebilderung mit dem Anliegen,
nachvollziehen & teilnehmen zu lassen, kaum aber, um zu
erklären.
Und
hier & heute? Hier & heute lese ich kaum noch, bekehre
niemanden, nehme vereinzelt, selten und nach Bedarf spirituelle
Praxis wahr, und fühle mich eigentlich auch ansonsten ganz wohl.
Nicht zuletzt fröne ich den vielfältigen Annehmlichkeiten dieses
Lebens, denn irgendwie muss man es sich hier ja ein wenig nett
machen... ;-)
Aber
im Ernst: Weltliche & spirituelle Belange haben ein
ausgewogenes Gleichgewicht erlangt, ich bin mittlerweile einigermaßen
mit dieser Welt im Reinen, empfinde mein spirituelles Wissen als
vollständig integriert, habe mir Erdung und wenigstens annähernd
Ausdrucksvermögen erarbeitet und lerne nach
wie vor & mit jedem Atemzug hinzu. Tatsächlich sind weltliche
und spirituelle Wesensaspekte in der Zwischenzeit eine
wundervolle, wohltuende Symbiose eingegangen, vertragen sich
bestens und stehen in keinerlei Widerspruch zueinander. Sie sind
eins. Und so soll es wahrscheinlich auch sein.
Ich
meditiere nicht, oder aber nur selten (was bedeuten soll: immerhin
kann ich es), betreibe kein Yoga, singe keine Lobgesänge auf die
Ewigkeit und unterhalte nur verhaltenen Kontakt zu Wanderpredigern
oder verschiedenen spirituellen Aktivisten. Und habe auch außer
diesem eigentlich eher Schwierigkeiten mit solchen, denen man eine
spirituelle Beschäftigung, besser noch: den 'esoterischen Hang', bereits auf Hunderte Kilometer Entfernung
an der Nasenspitze ansehen kann.
Hingegen
rauche ich, trinke gerne ab & an ein gepflegtes (oder auch
weniger gepflegtes) Bier, liebe das Nachtleben einer Großstadt,
mag meinen Fernseher, behandle das Wort 'Konsumlust' nicht als fremde
Vokabel, und kann den Errungenschaften
modernen Lebensstils durchaus einiges abgewinnen. Jawohl, es lebt sich
gut als spiritueller Mensch.
Ein
Freund fragte mich einmal: "Was würdest Du sagen, wie viel
Prozent Deines Lebens nimmt die Spiritualität für sich ein?"
Meine Antwort war: "Keine Ahnung. Ich würde es eher
so ausdrücken, dass ich einen Apfel gleichzeitig auch noch von
hinten sehe, wo andere ihn nur von vorne sehen. Das ist alles."
Tatsächlich
sind das Leben und die Spiritualität nicht voneinander
getrennt, sondern ist die Spiritualität das Leben
selbst. Ob uns das nun bewusst ist oder nicht.
Und
ich frage noch einmal: Warum Spiritualität?
Keine
Ahnung, tatsächlich, ich weiß es nicht. Die meistgebrauchte Redewendung
meines Wortschatzes in Gegenwart meines Erachtens unwiderlegbarer
Sachverhalte aber lautet: 'Ist eben so.' [Eine Aussage, die
nicht zuletzt manch ein wiederkehrendes Gegenüber, sprich Freunde
& Bekannte, ab & an durchaus gerne zur Weißglut bringen
will...]
Tatsache
ist, dass ich kein Freund von Debatten bin, die zum Inhalt haben,
warum & weshalb ein Stuhl ein Stuhl ist, ob er nicht auch ein
Tisch sein könnte, oder vielleicht eine Kaffeetasse, oder
eventuell auch gar nicht sei - und wir uns nur einbilden, dass er
in diesem Moment gerade sein würde, besser noch: ein Stuhl wäre.
Oder aber im Zweifelsfalle etwaig wir
nicht wären, sondern nur der Stuhl. [Meine erste schmerzhafte
Begegnung mit dem Unterricht zeitgenössischer Philosophie, ich habe diesen Kurs nie wieder besucht...].
In der selben Zeit, wo daher diskutiert werden kann, warum die
Dinge sind, wie sie sind, ob sie wirklich so sind und ob wir da
wirklich sicher sein können - ob Wahrheit wirklich Wahrheit
ist, beschäftige ich mich daher lieber damit, wie die
Dinge sind, welche Tiefen ihr Wesen charakterisiert, welche Hintergründe ein Sein oder Dasein kennt, und
was sich hieraus unter Umständen schließen lässt. Gegebenenfalls auch noch damit,
was sich besser machen ließe oder inwieweit tatsächliche
Wahrheit Eingang in praktische Lebensrealität gefunden hat. Liegt
mir einfach mehr.
Nicht
zuletzt die Spiritualität itself wartet mit verschiedenen Erklärungsmomenten
auf, warum und weshalb ein Menschenkind zur Spiritualität
gefunden hat, vielleicht sogar im ausgeprägten Gegensatz zu
vorherrschender Lebenswirklichkeit. Ich darf bekannt machen:
Vielleicht
sind wir bereits erleuchtet, vielleicht sind wir ein Gottesdiener,
der dieser Welt zu gesteigertem Bewusstsein verhelfen will,
vielleicht sind wir von einem anderem Stern. Vielleicht waren wir
in unserem vergangenen Leben Yogi Valentin und haben uns um die
Heimfindung unserer damaligen 1000köpfigen Anhängerschaft
verdient gemacht. Vielleicht sind wir auch Gott persönlich.
Vielleicht
haben wir uns vorgenommen, in diesem Leben mit unserem
spirituellen Bewusstsein zu arbeiten. Vielleicht auch nicht und
tun es trotzdem.
Vielleicht
haben wir vor Eintritt in diese Erfahrungswelt den "Becher des Vergessens"
vergessen konsequent zu bechern. Und haben daher nicht vergessen.
Oder die Mischung hat dieses Mal nicht gestimmt, wir haben
gemogelt, oder wir haben Großteil des Inhalts wieder ausgespuckt.
Weil wir am Vorabend übermäßig viel ätherische Feinkost
hatten, und sich ätherische Feinkost und "Becher des
Vergessens" partout und beim bestem Willen nicht vertragen
wollten. Oder aber wir haben unsere Hausaufgaben der "kontinuierlichen Rückerinnerung & Bewusstwerdung"
bis
hierher sehr gut gemacht, und können uns nun in diesem Leben
bereits annähernd rückerinnern. Und werden mehr & mehr
bewusst. Oder mehr oder weniger. Oder wenig bis gar nicht. Oder
eigentlich kein bisschen. Oder, oder, oder...
Was
auch immer & wie auch immer - die Begründungen sind zahlreich
und schillernd.
Dennoch
ist an diversen der soeben angeführten Sachverhalte wohlmöglich einiges
mehr dran als es eben erfolgte Darstellung zweifelsfrei vermuten lassen
will.
Vielleicht auch an allen. Vielleicht auch an keinem. Das werde ich
jetzt aber hier nicht verraten.
Tatsache
bleibt: Niemand wird in diesseitigen Erfahrungswelten jemals zuverlässig
in Erfahrung bringen können, was seine Seele motiviert und
bewegt, was sein weiseres Ich für dieses Leben plante &
welche tiefliegenden Absichten sein Wesenskern verfolgt. Niemand
wird je beurkundet sagen können, was wir
hier und in anderen
Welten trieben, wissen, sind oder waren, und ob wir wirklich der
grandioseste Mensch auf diesem Planeten sind, wie wir
üblicherweise so gerne von
uns annehmen.
Wir
können Vermutungen anstellen, wir können ahnen, wir können uns
annähern, und den leisen Impulsen unserer selbstehrlichen
intuitiven Kräfte folgen. Aber wir werden nur selten wissen,
bedeutet unzweifelhaft als auch vollständig erinnern.
Demnach
soll auch hier, hinsichtlich der Frage, warum &
weshalb jemand die Spiritualität für sich wählte, welcher Weg
ihn hin zu einer spirituellen Beschäftigung führte, welche
etwaigen Begründungen es für seine unermüdliche Sinn- &
Wahrheitssuche geben kann, schlicht & einfach gelten: Ist eben so.
Sicherlich
hat jedes Wesen, das sich im Laufe seines Lebens der Metaphysik öffnete
und einer spirituellen Auseinandersetzung fortan seine innige
Zuwendung schenkte, seine ganz eigene Geschichte der
Bewusstwerdung zu erzählen. Was sich jedoch zumeist wie ein roter
Faden durch alle diese vielgestaltigen Wege zieht, ist die
essentielle wie beherrschende Frage nach Sinn und Absicht dieser
Existenz. Die Frage nach dem Urgrund unseres Seins sowie nach
hinter dieser Realität verborgener Wirklichkeit.
Was
die vielgestaltigen Wege, die allesamt in der Spiritualität münden
wollen, weiterhin eint und verbindet, ist die tatsächliche Nebensächlichkeit
des äußeren Wie's und Warum's. Manchesmal mag es zuerst die
überraschende metaphysische Erfahrung sein, die unsere
entschlossene Sinnsuche nach sich zieht, ein anderes Mal auch unsere Begegnung mit dem
Tod, manchesmal ist es die bloße Frage 'Was ist der
Sinn', die unseren resoluten & entschlossenen Gang anführt. Dennoch ist und
bleibt allen diesen Spielarten gemein, dass jegliche äußeren
Elemente lediglich verschiedengeartete Motoren sind, die alle ein-
und dasselbe Ziel vor Augen haben: Uns persönlich auf den Plan zu
bringen und uns mit unserer Spiritualität auch im Bewussten zu
vereinen. Demnach sind alle offenkundigen wie sichtbaren
Geschehnisse jedoch lediglich Mittel zum Zweck.
Für
viel interessanter halte ich daher auch die Frage, welche
Berechtigung Spiritualität nun eigentlich hat. Ist sie Spinnerei, Weltenflucht,
obskures Hobby? Oder ist sie unter Umständen doch Wahrheit? Sind die
Esoteriker und Spirituellen dieser Welt für alle Zeit und hoffnungslos verloren? Oder
kann es
vielleicht sein, dass die bewusste Rückerinnerung an unseren
Ursprung und in uns liegendes Wissen letzten Endes früher oder
später auf jeden von uns wartet?
Ich
möchte die Antwort auf diese Fragen gerne jedem selbst überlassen.
Indessen
blicke ich zurück auf eine Epoche der rund 10jährigen intensiven spirituellen
Auseinandersetzung. Da
mich aber all jene dargelegten Fragen, die konsequente Suche nach
Sinn & Wahrheit, sowie das Sehnen nach Tiefe, Hintergrund und
Bewusstsein bereits von Kindesbeinen an begleiteten, möchte ich
einfach einmal davon ausgehen, dass diese Dinge irgendetwas mit mir zu tun
haben. Dass sie beliebige Berechtigung kennen. Dass sie einen gewissen
Gehalt ihr eigen nennen dürfen.
Und
ein
letztes Mal: Warum Spiritualität?
Frag
Gott, frage das Universum. Frage die Natur oder frage den Wind. Oder
aber frage Dich selbst.
Am
besten noch, Du fragst überhaupt nicht, sondern bringst einer
spirituellen Beschäftigung ganz einfach dieselbe Akzeptanz &
Offenheit entgegen, als wenn Dir jemand erzählt, dass er
Briefmarken sammelt. Dass er gerne Spinat isst. Dass er sich für
Physik interessiert.
Eine
Leidenschaft, die Du teilen kannst. Oder eben auch nicht.
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