|
Wer
meint, dass die spirituelle Beschäftigung ausschließlich Heil,
Erlösung & transzendente Glückseligkeit bedeute, den muss ich an
dieser Stelle leider enttäuschen. Ein Umstand, der zwar keineswegs der Spiritualität an sich
anzulasten ist, sondern vielmehr vorherrschendem Umgang sowie gegenwärtigem Gedankengut - konfrontiert bleiben wir
mit den unerquicklichen Nebenwirkungen spiritueller Praxis zumeist
trotzdem.
Gewissermaßen
verhält es sich ähnlich dem Fall, als wenn wir eines lieben Tages
damit beginnen, die Zutatenlisten auf unseren Lebensmitteln zu studieren. Zuerst wird
uns hier das wunderbare Gefühl begleiten, etwas wirklich Angebrachtes
& gleichfalls Gutes für unsere Gesundheit zu tun, im nächsten
Schritt und mit zunehmender Auseinandersetzung werden sich unsere Wahlmöglichkeiten drastisch
reduzieren - und schließlich werden wir
irgendwann überhaupt keine Nahrung mehr ausfindig machen können, die
unserem inzwischen gehobenen Anspruch auf Risiko- & Gefahrenfreiheit
auch nur annähernd gerecht werden will. Heißt: Wir müssten an diesem
Punkt eigentlich aufhören zu essen. Ganz. Vollkommen. Auf immer und ewig. Aber
ist das gesund? Tatsache ist: Wir stehen vor einem schier unlösbaren Dilemma. Und
wünschen uns vielleicht, niemals auch nur die Worte 'Zutatenliste',
'Bestandteile' und/oder 'Inhaltsstoffe' gehört zu haben...
In
gleicher Weise die spirituelle Praxis, deren gegenwärtigen Inhalte und
Lehrdoktrinen beispielsweise einer Currywurst hinsichtlich Gemansche,
Gepansche & Unreinheit sicherlich in keiner Weise nachstehen.
Wohl dem, der hier eines Tages zu einem angemessenen Gleichgewicht
zurückfindet und zuträgliches von abträglichem Wissen zuverlässig zu
unterscheiden weiß. Und somit nicht verhungern muss.
Doch
siehe da, ich habe Ausweg gefunden - habe ich mir doch eben gerade
wundersamen
Heilsweg patentieren lassen, der uns kurzum von allen
unliebsamen Begleiterscheinungen spiritueller Praxis befreit. Wie das
geht? Seht selbst. Ich mache
bekannt: 'Reversible Spiritualität'...!
jetzt
auch als Audiofile:

Reversible
Spiritualität
Ich
bin mir nicht sicher, ob ich jemals so tief in die Spiritualität
hätte eintauchen sollen, wie ich es zweifellos getan habe. Nun
gut, ich möchte keineswegs undankbar sein. Selbstverständlich
habe ich sehr viel gelernt und sehr vieles erfahren, sei es über
diese Realität, über Wahrheit und Wissen, über Gott und die
Wirklichkeit, oder aber schlicht über mich selbst. Dennoch habe
ich darüber hinaus ebenso vieles gelernt und gleich vieles
erfahren, das ich am liebsten wieder vergessen würde. Am besten
noch, es nie gelernt oder aber niemals erfahren zu haben. Denn
eines möchte uns bewusst sein: Gänzlich geklärt präsentiert
sich die meiste Lehre unserer Zeiten nicht. Nein, ebenso heute
nicht. Vielleicht morgen. Heute aber sicher nicht.
Aus
diesem Grund aber gilt es, einer vertrauensseligen Leichtgläubigkeit
schnellstmöglich mündige Einsicht zum Gefährten zu machen.
Einsicht, die es vermag, immer wieder Wahrheit von Unwahrheit,
erhabenes Bewusstsein von menschlicher Interpretation, als auch
erweiternden Ansatz von unbedingt begrenzender Sicht zu
separieren. Nicht selten wundersam miteinander verwoben und
zeitgleich verkörpert von derselben Lehre, von demselben Wesen,
von demselben Schriftstück, von demselben Wort. Nicht selten
wundersam miteinander verwoben und zeitgleich verkörpert von uns
selbst. Für die Begegnung mit aller Lehre und jeglicher
Unterweisung soll dies jedoch bedeuten, nachfolgend nach dem
Aschenputtel-Prinzip zu verfahren: "Die guten ins Töpfchen,
die schlechten ins Kröpfchen". Meint, uns selbst sowie alle
Lehre vollends zu klären, indem wir Wahrheit und Unwahrheit,
erhabenes Bewusstsein und menschliche Interpretation, als auch
erweiternden Ansatz und begrenzende Sicht sorgfältig wie behutsam
auseinanderdividieren. Dies, um die einen nachfolgend
weiterzuverwenden, die anderen dagegen entschlossen dem Nirwana zu
überlassen. Denn anders bekommen wir unser Kollektivbewusstsein
nicht in den Griff. Geschweige denn, dass wir geklärte Variante
seiner selbst gebacken kriegen.
Und
obwohl ich persönlich mein Bestes tue, mir diese
verantwortungsvolle Mühe jedes Mal zu machen – ich werde und
werde einfach nicht fertig. Zumal es sich nicht immer ganz
anspruchslos ausnehmen will, das eine von dem anderen auf Anhieb
zu unterscheiden. Wohlgesonnene Tauben oder Wichtel, die mich bei
meiner Arbeit unterstützen, kann ich unterdessen nicht erblicken –
ich sehe noch nicht einmal sonderlich viele spirituelle
Mitstreiter. Nun gut, ich bin hier halt nicht im Märchen.
Prinzessin
bin ich indessen auch noch nicht geworden. Und der Prinz? Nun gut,
auch der lässt auf sich warten. In Wahrheit bin ich jedoch noch
nicht einmal Meister. Ich meine, wie soll ich es auch in
absehbarer Zeit realisieren, mich zum spirituellen Meister dieser
Realität zu erheben, wenn ich inzwischen nicht einmal mehr sicher
weiß, wie ich spirituell vorbildlich von einem Stuhl aufstehe?
Setze ich zu diesem Zweck zuerst den linken, oder aber zuerst den
rechten Fuß auf? Erhebe ich mich geeigneter zu voller oder aber
zu halber Stunde? Und sitze ich überhaupt spirituell vorbildlich?
Sollte dem allerdings nicht so sein, müsste ich mindestens den
verbleibenden Rest des Nachmittags sitzen bleiben, um umgehend
spirituell tadelloses Sitzen zu üben. Exakt gesagt müsste ich
mindestens doppelt so lange spirituell vorbildlich auf
einem Stuhl sitzen, wie ich zuvor spirituell unvorbildlich auf ihm
gesessen hätte – dies, um begangenen Frevel weitreichend zu
kompensieren. Sprich: Mein nichtspirituelles Sitzen angemessen
durch spirituelles Sitzen auszugleichen, um ersteres einwandfrei
wie unwiederbringlich zu neutralisieren. Schließlich möchte ich
nach wie vor in den Himmel.
Mit
ebendiesem Ansinnen – in den Himmel zu kommen, meine ich - das
wiederholt stundenlange Sitzen nehme ich hierfür nur wohl oder übel
in Kauf - will ich mein spirituelles Seelenheil jedoch unbedingt
an meiner Seite wissen. Dicht an dicht. Lange genug, dass ich auf
dieser Erde gesessen habe. Wohlgemerkt fest-gesessen.
Und zwar weitaus länger als einen Nachmittag. Daher sollen mich
ein paar clever investierte Stunden auch nicht wirklich jucken.
Tatsache
ist jedoch, dass mir im spirituellen Background und selbst noch im
Rahmen fortgeschrittener spiritueller Lehre immer wieder
unterschiedliche Meinung, vielerlei ungeklärtes Gut und nicht
zuletzt eine wundersame Mixtur aus innovativer Ausdehnung
irdischen Bewusstseins, als auch menschlich-inszenierter
Begrenzung tatsächlicher Wahrheit begegnen. Beispielsweise diese
Sache mit dem Stuhl: Dürfte es wirklich eine Rolle spielen, wie
und wann ich sitze oder mich erhebe, um mich dennoch spirituell
nicht gänzlich unbefleckt zu nennen? Mein gesunder
Menschenverstand sagt: Nein. Das Gros heutiger Lehre meint: Ja.
Was jetzt vielleicht nicht unbedingt benanntes Beispiel, dafür
jedoch nahezu anderes Exempel meines täglichen Tuns betreffen
will. Hier finde ich Anleitung wie ich spirituell vorbildlich
schlafe, wie ich mich spirituell vorbildlich ernähre, mit welchem
Tun ich - spirituell vorbildlich - negative Auswirkung auf mein
Leben vermeide, und mit welchem Handeln ich - wiederum spirituell
vorbildlich - positiven Effekt auf persönliche wie globale Realität
erzeuge. Ob ich es wissen will, oder nicht. Ganz egal.
Interessiert niemanden. Nur mich.
Insbesondere
hinsichtlich letztgenannter Punkte (mein Tun & Handeln sowie
seine Effekte) spielen jedoch ausreichend Geringfügigkeiten eine
tragende Rolle, um mich fortan meines Lebens nicht mehr froh
werden zu lassen. Jedes Räuspern, das ich erwäge, welches
spirituell vorbildlich platziert werden will - jeder Buchstabe,
der zuvorderst auf ihm innewohnende Schwingung hin untersucht
werden will, bevor ich ihn ruhigen Gewissens verwenden kann. Setze
ich mich dem allerdings entgegen, muss ich damit rechnen, nie
wieder glücklich zu werden. Ich meine, bin ich es gerade? Ich bin mir nicht sicher. Aber das soll jetzt
wirklich rein gar nichts heißen.
Siehe:
Ich
muss tatsächlich bemerken, dass ich mich von meinem spirituellen
Wissen mehr und mehr bevormundet fühle. Denn nicht mehr ich
entscheide, was ich esse, was ich sage, was ich tue und wozu ich Lust habe – nein, mein spirituelles Wissen entscheidet
dies freundlicherweise für mich. Und in der Tat äußert es sich
zu allen Belangen des alltäglichen Seins, und sei es zu den
geringsten.
Darüber
hinaus ist es beileibe eine Diva, mein spirituelles Wissen,
anderes kann ich leider nicht behaupten. Niemals nämlich kann ich
mir sicher sein, dass ihm heute noch recht ist, was ihm gestern
zweifellos recht war. Dass ihm heute noch Wahrheit, was
ihm gestern oberste Priorität bedeutete.
Wenn
es aber gestern die Zahl Eins war, die mir Unglück versprach, und
es heute die Zahl Zwei ist, die mir negative Auswirkung in
Aussicht stellt, dann kann ich ab hier an jeden Countdown
vergessen. Und muss mich zudem flugs im Gelddruck üben, bei
Entwurf einer Währung, die keine Einsen und Zweien mehr kennt. Denn merke: Alle Wahrheit ist ewig gültig. Das Pech der
Zahl Eins ist folglich keineswegs hinlänglich, nein - ich habe
mein Wissen lediglich erweitert. Und weiß nun
heute, das selbes auch für die Zahl Zwei gilt. Morgen werde ich
wahrscheinlich wissen, dass mein Gelddruck ganz für
sich allein in identische Kategorie fällt. Ich werde mich demnach
wirklich ranhalten müssen.
Wie
besagt: Vieles, das ich gelernt und vieles das ich erfahren habe,
das ich am liebsten wieder vergessen würde. Am besten noch, es nie gelernt oder aber niemals erfahren
zu haben.
So
musste ich fraglos die Feststellung machen, dass ebenfalls ich
mich ab einem gewissen Punkt meiner spirituellen Beschäftigung
nicht mehr vollends gefeit gegen beliebige spirituelle Torheit und
jedweden utopischen Irrtum zeigte. Hatte ich es bis hierher noch
allezeit als Möglichkeit erachtet, verschiedener spiritueller
Lehre, Ansatz und Meinung schlichtweg meine Beachtung zu
entziehen, und sie kurzum als ungeklärt abzutun - zumindest dann,
wenn mir einer dieser vorschreiben wollte, wie und in welcher
Weise ich mein Geld zu drucken habe –
bot sich mir diese Option nun zusehends seltener. Nennen wir
es Aberglauben oder nennen wir es berechtigte Furcht – ab einem gewissen Punkt hatte mich mein spirituelles Wissen
vollends im Griff. Und tanzt mir seitdem mit Vergnügen auf der
Nase herum.
Da ich mich
jedoch als willensstarkes und zudem äußerst einsichtiges Wesen bezeichnen möchte, begriff ich schnell, dass
dies keinesfalls Wahrheit, und noch viel weniger persönliche
Zukunftsperspektive bedeuten könne. Auf meiner unermüdlichen Suche nach
Ausweg und Lösung entwickelte ich jedoch folgendes:
"Reversible Spiritualität". Therapie und spiritueller
Schlüssel zugleich. Geeignet, um mich spirituellen Aberglaubens
als auch der Bevormundung seitens vermeintlichen Wissens von heute
auf morgen zu entledigen. Konsequent und unwiderruflich. Für
immer. Auf ewig.
Angewandte
Reversible Spiritualität gestaltet sich jedoch folgendermaßen:
Ich tue nun jedes Mal einfach genau das Gegenteil von dem,
was ich sonst eigentlich getan hätte. Da es mir spirituell ungeklärte
Lehre als auch die Angst in inniger Zweisamkeit als zwingend
erforderlich einflüsterten. Und jedes abweichende Tun kurzum für
gefährlich erklärten.
Dank
'Reversibler Spiritualität' habe ich mich jedoch
unwiederbringlich aus der Knechtschaft beider befreit. Sowohl aus
jener der ungeklärten Lehre, als auch aus jener der Angst. Denn
tatsächlich tue ich nunmehr nicht länger, was mir
unwahrhaftige Lehre und fehlerhafte Angst als angemessen
eintrichtern - sondern präsentiere exaktes Gegenteil. Und zeige
ihnen daraufhin die lange Nase. Ein
wunderbares Gefühl, so viel sei sicher.
Ich
möchte verschiedenes Beispiel liefern: Wenn mir ungeklärte
Lehre, aus ihr geborene Angst sowie Zwillingsschwester des
unwahrhaftigen spirituellen Wissens beispielsweise nahe legen, nur
noch Licht, keinesfalls aber mehr anderes zu essen, all dies, um
meinen Aufstieg nicht zu gefährden – dann tue ich was?
Richtig,
ich esse fortan nur noch alles. Ganz wichtig aber: Kein
Licht. Einfach, jedoch äußerst effektiv.
Wenn
mir ungeklärte Lehre, Angst, unwahrhaftiges Wissen und
Aberglauben einimpfen wollen, nur noch Gutes, keinesfalls aber
mehr Schlechtes zu denken, um nicht eigens persönliches Debakel
zu schustern – dann tue ich was?
Genau,
ich denke nur noch Schlechtes. Auf gar keinen Fall aber länger
Gutes. Nicht ganz so einfach, jedoch gleichermaßen effektiv.
Wenn
mir dieselben aber einprägen wollen, zweimal am Tag jeweils eine
Stunde zu meditieren, um individuelles Seelenheil zu erlangen –
dann mache ich was?
Wieder
richtig, ich leiste ihnen keinesfalls Folge, sondern meditiere
anstelle dessen den ganzen langen Tag - außer zwei
Stunden. Auf gar keinen Fall lasse ich mir jedoch von ihnen meinen
Tagesablauf diktieren.
Wenn
mir äußerst fragwürdige Lehre, Angst und falsches Wissen
hingegen suggerieren, an die Existenz des Bösen zu glauben und
mich tunlichst von ihm fernzuhalten, dann tue ich dies natürlich
eben gerade nicht. Folglich glaube ich nicht an das
Böse, sondern treffe mich mit ihm vielmehr wiederholt auf ein
Bier. Jawohl auf eines. Meinetwegen auch auf zwei - ganz
bestimmt nicht
aber auf drei. Ich frage mich zwar, wie ich
mit etwas Bier trinken will, an dessen Existenz ich gar nicht
glaube – aber ich sage ja, ungeklärte Spiritualität ist voller
Widersprüche.
Und
wenn mir benannte Despoten nicht zuletzt einbläuen, unumstößlich
und strikt auf sie zu hören, dies, um mein Entzücken keinesfalls
einzubüßen – dann stelle ich mein Radio punktum auf volle
Lautstärke, kann sie nun gar nicht mehr hören, und setze
mein Entzücken zum Verkauf in die Zeitung.
Die
Liste an Beispielen ließe sich schier endlos fortsetzen. Denn
Tatsache ist: Alles, was ungeklärte Lehre, Angst und Aberglauben
bis hierher spirituelles Wissen nannten - und dies ist ohne
Zweifel einiges und mehrt sich von Tag zu Tag - das weiß ich von
nun an besser. Und erkläre kurzum seinen unbedingten Gegensatz zu
göttlich-inspirierter Wahrheit.
Tatsächlich
habe ich es auf diese Weise vermocht, mich aller negativer
Begleiterscheinungen spiritueller Beschäftigung kategorisch zu
entledigen. Ich bin wieder glücklich. Die alleinigen Produkte von
Aberglauben, ungeklärter Lehre und menschlich-begrenztem
Begriffsverständnis sind von mir entthront.
Und
ebenfalls zu meiner Lebensqualität habe ich seither zurückgefunden.
Allein dank fortschrittlicher Erfindung meinerseits: Reversible
Spiritualität. Ich bin frei. Endlich frei, zu tun und zu lassen, was
ich jeweils will. Ich hatte fast vergessen, wie schön das ist.
Zu
Recht kann ich aber behaupten, dass Reversible Spiritualität
mindestens genauso anspruchsvoll ist wie jedwede herkömmliche
Spiritualität. Denn siehe: Ich bin ebenso beschäftigt wie
vorher. Denn
wie besagt tue ich von jetzt an das Gegenteil.
Besagtes
Gegenteil aber tue ich beharrlich und ausdauernd. Denn ebenso
dieses will gleichermaßen gewissenhaft und kontinuierlich
vollzogen werden wie einstige zugrundeliegende Fehlannahme.
Andernfalls aber würde ich mich punktum wieder zum Sklaven von
Aberglauben, Angst und ungeklärter Lehre machen. Und das will ich auf gar keinen Fall. Ich möchte frei bleiben. Frei wie der
Wind. Denn einzig dies ist Wahrhaftigkeit.
Aus
diesem Grund aber beweise ich mich als konsequent und entblöße
in meinem gegenteiligen Tun nicht den geringsten Schwachpunkt. Was
mich wie gesagt kaum minder auf Trab hält – aber es macht sich
bezahlt.
Wie
vorbildlich ich mich in dargelegter Manier jedoch beweise, und dass
ich hier wirkliches Patentrezept ausgemacht habe, Patentrezept für
die Befreiung von jedweden ungünstigen Begleiterscheinungen
praktisch-angewandter Spiritualität, dies offenbart mir der
konkrete Vergleich mit meinen spirituellen Brüdern und
Schwestern.
Denn
hier wird offenbar, wie verhaftet und ergeben sie noch
vielerlei ungeklärter Lehre sind, währenddessen ich diese
Herausforderung mit Bravour gemeistert und mich vom Drangsal fragwürdigen
Diktats ganz und gar freigesprochen habe.
Wenn
sie daher nun wie gewohnt mit vermeintlichem spirituellen Wissen
aufwarten und beispielsweise sprechen: "Wenn wir nicht jeden
Tag mehrmals im Strahl des Mahatma baden, werden wir Rückschritt
erleben" (keine Ahnung, wo sie das nun wieder her haben),
kann ich ihnen heute gelassen entgegen: "Ihr findet Euch in
der Hand eines Glaubens, der nicht gänzlich geklärt ist, da er
Angst impliziert. Tatsächlich wird Euch daher im eigentlichen
genau dieser Fehlglauben Rückschritt bedeuten." Und um
unmittelbaren wie unerschrockenen Beweis meiner Worte zu liefern,
als auch ferner eigens therapeutischen Effekt mittels 'Reversibler
Spiritualität' auf mich zu erzielen - denn vergessen können werde
ich Gehörtes nun auch nicht mehr - bade ich ab hier an nie wieder
im Strahl des Mahatma. Keinen einzigen Tag. Nie mehr.
Nun
gut, eigentlich habe ich das noch nie getan. Aber nicht nur, dass
ich nie wieder im Strahl des Mahatma bade, nein – ich bade überhaupt
nicht mehr. Nie wieder. Denn ob nun Strahl des Mahatma, beliebiger
Strahl oder Wasserstrahl - ich werde mich wiederholt konsequent
zeigen. Wie wunderbar aber, meine Lebensqualität erneut aus den Fängen
der Angst und ungeklärten Lehre losgeeist zu haben.
Inzwischen
habe ich mich auch mit der Spiritualität wieder gänzlich versöhnt.
Denn, ja, es ist tatsächlich möglich, tief in die Materie
spirituellen Wissens einzutauchen, des wahren Wissens, und mich dennoch ganz und gar frei zu halten von
Aberglauben und unwahrhaftiger Vormundschaft. Es steht mir offen,
mich nicht länger fremdbestimmen zu lassen und alle unredlichen
Effekte praktisch-angewandter Spiritualität vollkommen zu
neutralisieren. Ich kann mir meine Freiheit und mein Glück
vollends bewahren. Mittels 'Reversibler Spiritualität'.
Himmlische Therapie und göttlich intendierter Lösungsweg.
Jawohl, ich bin frei. Endlich frei, zu tun und zu lassen, was ich
jeweils will.
Apropos
' wollen' – ich will eben einmal wieder meditieren gehen. Meine
meditationsfreien zwei Stunden sind vorüber. Ob ich das denn
wirklich will? Selbstverständlich. Andernfalls aber werde ich unter
Umständen niemals wieder tun können, was ich jeweils
will. Und das will ich nun wirklich nicht.
Gesegnet
sei die 'Reversible Spiritualität'. Ultimativer und bislang
einzig bekannter Ausweg.
|