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Die Sache mit dem Karma  

 

Wie, was, ihr wisst jetzt nicht, was es genau mit dem Karma auf sich hat? Ihr wisst noch nicht einmal, dass ihr welches habt?? Na denn aber mal ran an den Speck...

Eine eingehende Auseinandersetzung mit dieser Thematik kann sehr lohnend sein, denn: Plötzlich ergibt alles einen Sinn. Warum wir lieben, warum wir hassen - warum wir mit dem einen bereits in unserer ersten Begegnung angenehme Vertrautheit empfinden, als würden wir uns bereits die halbe Ewigkeit lang kennen [wir tun es...], warum wir einem anderen, sobald er nur zur Tür hereintritt, auch schon sofort ins Gesicht spucken wollen [in einem anderen Leben haben wir es getan...]. Und so weiter & so fort - nahezu jede unserer zwischenmenschlichen Begegnungen hat ihre Geschichte, nahezu jede unserer heutigen Präferenzen, Charaktere und/oder Sensibilitäten hat ihren Ursprung und Anfang in einer anderen Zeit.

Indessen habe ich meine ganz eigenen Erfahrungen mit dem Prinzip des Karma gemacht. Ich habe es ausführlich studiert - und habe mittlerweile wohl Karma mit dem Karma - denn ganz einverstanden zeigte ich mich irgendwann nicht mehr mit der praktischen Gestalt dieses Konzepts. 

Achtung: Eine differenzierte Begriffsdefinition ist NICHT Gegenstand dieser Abhandlung! Ebenso ist mir bewusst, dass dargestellte Erklärung den ein oder anderen Karmaspezialisten durchaus dazu anhalten kann, mich auf Diskussionswürdigkeit vorliegenden Verständnisses hinzuweisen. Keine Sorge: Ihr habt ganz bestimmt Recht.

Tatsächlich ist der Begriff des Karma sowie Existenz versus Nichtexistenz Gegenstand unzähliger Debatten & Diskussionen innerhalb spiritueller Reihen. Mir bleibt nur zu sagen: Klammert mich ruhig und guten Gewissens aus diesen Kontroversen aus - mir ist das liebe Karma in der Tat lange genug auf den Keks gegangen... *zwinker*

 

 

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Die Sache mit dem Karma

 

 

Das Prinzip des Karma mutet auf den ersten Blick recht simpel an: Ich inkarniere als A, stelle im Laufe meiner Inkarnation fest, dass mir B sehr wohl ein Dorn im Auge ist, bringe B daraufhin um, verlasse einstmals die irdischen Gefilde, versöhne mich auf der Astralebene wiederum einiglich mit B, inkarniere erneut, werde in diesem Dasein nun hingegen von B zur Strecke gebracht und schiebe von neuem einen Hals auf B. Ohne Zweifel bin ich nun jedoch berechtigt, die Ewigkeit in formvollendeter Eintracht mit B in den Himmeln verbringen. [Sobald er sich entscheidet, sein wunderbares wie ganz und gar erfülltes Leben - das auch ich ohne Zweifel hätte haben können - reich genug ausgeschöpft zu haben, versteht sich...]

Tatsache ist: Wir sind quitt. Unsere karmische Bilanz ergibt plus-minus Null. Wir haben ein vorbildliches Gleichgewicht, und bestenfalls auch individuelles Bewusstsein erlangt.

 

Tatsächlich folgt das Gesetz des Karma dem schlichten Konzept von Ursache und Wirkung, von Effekt und Ausgleich. Was bedeutet, dass das, was wir tun, ebenso uns getan werden will - Gutes wie Schlechtes und Schlechtes wie Gutes. Dies, um hieraufhin guten Gewissens von uns behaupten zu können, wertvolle Erkenntnis gewonnen und alles in unserer Macht stehende für ein energetisches Gleichgewicht zwischen uns (A) und B getan zu haben. Wenn jedoch nach erfolgter Abwicklung dieses Procedere immer noch kein Frieden zwischen uns herrscht, dann kann hieran zweifellos nur B schuld sein. Soviel sei sicher.

 

Beabsichtigtes Endresultat des Karma aber ist, zugleich Meisterschaft des Irdischen, dass unsere Seele ihren Frieden findet, wir selbst göttliches Handeln sowie Bewusstheit erlernten, und uns das fortwährende Verweilen in einem Zustand der bedingungslosen Liebe von nun an hauptberufliche Tätigkeit ist. Ich kann zwar nicht eindeutig bestätigen, dass das Karma bis hierhin auch nur annähernd dargestellt beruhigenden Effekt auf mich hat. Doch dies soll rein gar nichts heißen.

 

Wenn wir dem hinduistischen sowie gleichfalls buddhistischen Weltbild Folge leisten, ist unser heutiges Schicksal vorrangig das Ergebnis unserer früheren Taten. Wenn wir uns daher auch nur einen Hauch der sprichwörtlichen wie unschwer erfahrbaren Gelassenheit entsprechend sozialisierter Kulturkreise anzueignen wünschen - und sofern wir weiterhin dem Abbau unseres Karma größtmöglichen Nutzen leisten wollen, tun wir gut daran, ihre Sicht zu teilen. Wiedergeboren aber werden wir im Begriffsverständnis dieses Weltbildes solange, bis wir es vermögen, dem Kreislauf von Ursache und Wirkung für immer zu entfliehen. Da wir begriffen haben. Und alle offenen Posten für immer begleichen konnten.  

 

Ohne weiteres können wir an dieser Stelle davon ablassen, nach entsprechend deklarierten Notausgängen Ausschau zu halten. Unsere Erlösung wird sich nämlich ausschließlich erst dann ereignen, wenn wir keine neuen Ursachen mehr schaffen, da unser Tun absichtslos und unsere Handlungen wunschlos geworden sind. Was beispielsweise bedeutet, dass ich (A) keinerlei Verlangen mehr verspüre, es meinem Erzfeind (B) wiederholt und mit gleicher Münze heimzuzahlen. Und sollte er mir dennoch erneut zum Opfer fallen, dann geschah dies zweifellos versehentlich.

 

Insbesondere die spirituelle Literatur unserer Tage offenbart eine Vielzahl differenzierter Begriffsdefinitionen des Karma. Definitionen, die zumeist betonen, dass wir es hier keineswegs mit einem göttlichem Gerechtigkeitsakt zu tun haben und ebenfalls nicht mit streng festgelegten Wie-Du-mir-so-ich-Dir-Statuten. Vielmehr diene das Karma vorrangig unserer spirituellen Entwicklung als auch der zunehmenden Rückerinnerung unseres göttlichen Ursprungs. Darüber hinaus zeige es sich in seiner jeweiligen Handhabe relativ flexibel. Und nicht zuletzt stamme das Gesetz des Karma beileibe nicht von Gott, sondern es seien wir selbst, die uns dieses Prinzip erdacht hätten. Damals, zu Anbeginn der Zeiten. Mit den Anfängen dieses Spiels. Also eines weiß ich schon einmal zu sagen: Ich war das nicht. Das wüsste ich. Dennoch eine wertvolle Information, will ich meinen, denn mittlerweile schiebe ich nicht mehr nur auf B, sondern gleichfalls auf den Erfinder des Karma einen Hals.

 

So nützlich sich all diese theoretische Erläuterung auch ausnehmen mag, umso eigentümlicher stellt sich mir doch jedes Mal wieder die konkrete Gestalt des Karma dar. Tatsache ist, dass ich mich bereits Zeit meines Lebens ausgesprochen dafür interessierte, welche Ursachen und Beweggründe den zwischenmenschlichen Verquickungen meiner Gegenwart zugrunde liegen. Welche Zusammenhänge nahezu ausnahmslos, dies sei sicher, in zurückliegenden Inkarnationen zu suchen sind. Aus diesem Grund aber habe ich mir indessen ein ausreichend sachverständiges Medium zur besten Freundin gemacht, und lasse mir fortan exquisit aus meinen vergangenen Leben berichten. Äußerst aufschlussreich, wie ich finde. Vor allem dann, wenn wir verstehen möchten, warum wir kaum selten einen Menschen auf Anhieb lieben oder hassen, der sich uns bis hierher noch nicht einmal namentlich vorgestellt hat. Denn siehe: Wir kennen uns bereits aus früheren Leben. (Und ahnen oder wissen: Das kann doch mal wieder nur die Visage von B sein...).

 

Auf die Schliche gekommen bin ich hierbei im Laufe der Zeit jedoch einem Prinzip, das zwar äußerst nett angedacht ist, zumeist aber ganz und gar nicht so nett ist, zusätzlich auch noch in jener netten Weise zu funktionieren, wie es eigentlich nett angedacht ist. Ja, ich spreche nach wie vor von dem Prinzip des Karma. Und ich möchte zu seinem besseren Verständnis ein Beispiel liefern. Ein Beispiel aus meiner ureigenen Historie:

 

Ich gestehe, dass ich als einstiger A tatsächlich einstmals B umgebracht habe. Man könnte mir zugute halten, dass ich damals ein Ritter war und die damaligen Brauchtümer nun mal entsprechenden Charakter hatten. Nicht aber so der Kosmos. Im Laufe der folgenden Inkarnationen, zwecks Ausgleich und Bewältigung gemeinsamen Karma versteht sich, brachte B daraufhin wiederum mich (A), dann ich (A) wieder B, dann B wieder A (mich) um. Da sich die Zeiten inzwischen geändert haben, und wir uns zweifelsfrei anpassen mussten, gingen wir hiernach dazu über, uns gegenseitig die Männer auszuspannen. Ich spannte also zuerst B, dann B wieder mir, dann A wieder B, und schlussendlich B erneut A den Mann aus. Mittlerweile haben wir uns auf einen geregelten Turnus geeinigt, innerhalb dessen wir jeweils einander den Mann ausspannen. Oder auch die Frau. Je nachdem und in Abhängigkeit von gegenwärtigen sexuellen Präferenzen.

 

Im Sinne eines angebrachten Begriffsverständnisses des Karma dürften wir eigentlich davon ausgehen, dass es vollkommen sowie ganz und gar ausgereicht hätte, wenn sich B ein einziges Mal an A gerächt und es ihm hiermit gerechtigkeitssuchend gleich getan hätte. Es hätte folglich absolut genügt, wenn A einmal B und B einmal A gemordet hätte, um derart dennoch jegliches Karma zwischen A und B ewig und für alle Zeiten abgegolten zu haben. Richtig. So läuft das aber nicht.

 

In seiner praktischen Gestalt hält uns das Karma vielmehr dazu an - absolut unberücksichtigt jedweder Soll- oder Haben-Stände - immer wieder auf dasselbe Tun und Treiben zurückzugreifen. Heißt, auf dasjenige Tun, welches uns die ganze Misere überhaupt erst eingebracht hat. Dies aber bedeutet: Habe ich B einmal gemordet, werde ich es immer wieder tun. Vor allem dann, wenn er sich so ganz und gar querstellen will und es mir seinerseits gleichfalls immer wieder heimzahlt – anstelle es einfach dabei zu belassen und mir großmütig zu verzeihen. Wäre immerhin gut für sein Karma.

 

Im tatsächlichen Sinne bezeichnet der Begriff des Karma damit jedoch die beständige Verfestigung eines Verhaltens, das wir ursprünglich eigentlich als unangebracht erkennen und uns für alle Zeiten abgewöhnen wollten. Nun gut, ohne Zweifel könnten wir jetzt einwenden, "Ja, aber wenn wir das doch nun wissen, sind wir doch einfach klug, und kehren nicht wieder und wieder zu unserem Ursprungsverhalten zurück". Ist es doch nicht zuletzt allein diesem kontinuierlich wiederkehrenden Verhalten zuzuschreiben, dass wir fortwährend im Rad der Wiedergeburten festsitzen. Weiterhin bliebe uns festzustellen, dass die Sache ja eigentlich vollkommen easy wäre und alleiniges Rätsels Lösung, nur ein einziges Mal auf stereotypes Handeln zu verzichten, um uns somit unversehens karmafrei und damit punktum tauglich für die Himmel zu erweisen. Recht haben wir.

 

Der wirkliche Witz bei dieser ganzen Karmageschichte aber ist, dass wir uns einstmals nicht nur das Prinzip des Karma erdachten, sondern uns gleichfalls erdachten, dass wir uns ruhig noch ein wenig mehr fordern könnten. Und daher beschlossen, den Schwierigkeitsgrad geringfügig zu erhöhen. Wir beschlossen somit, einfach jedes Mal zu vergessen, was wir in unserem letzten Leben getan, und was wir gelassen hatten. Um uns derart, gänzlich unbelastet unserer schmählichen Erinnerungen, mit jedem Leben von ganz Neuem zu versuchen. In der Hoffnung und mit der Absicht, es dieses Mal um einiges besser zu machen.

 

Seit dieser Zeit aber beschränken wir unser Tun vor allem auf das Naheliegendste. Und am naheliegendsten erscheint uns das, was wir bereits schon einmal getan haben. Oder vielleicht zweimal - vielleicht auch dreimal getan haben. Daher: Es ist uns schlichtweg egal, ob wir uns daran erinnern können, genau denselben Mist schon einmal verbockt zu haben. Oder es aber vergaßen. Oder besser gesagt: Könnten wir uns daran erinnern, genau denselben Mist schon einmal verbockt zu haben, dann würden wir es bestimmt nicht wieder tun. Aber: Wir haben es ja vergessen. Nur unser liebes Unterbewusstsein nicht. 

Wenn es aber darum geht, uns geeignete Verhaltensmöglichkeiten aufzuzeigen, wird besagtes Unterbewusstsein jedes Mal zur Stelle sein, und uns stolz präsentieren, was es weiß und was es kann. Nämlich B umbringen. Oft genug gemacht.

 

Nicht zuletzt einfach aber effektiv, dieses Karma: Je öfter wir etwas getan haben, desto naheliegender wird uns unser Tun. Umso naheliegender uns ein Tun aber wird, desto höher die Wahrscheinlichkeit, dass wir es auch dieses Mal wieder tun. Konditionierung wäre eine Erklärung.

 

Indes hat die Zahl der von uns benötigten Inkarnationen (die uns tatsächlich lehren wollen, auf andauernd wieder aufgegriffenes Handeln nur ein einziges Mal zu verzichten) dreistellige Ziffernbereiche erklommen. Zwischen unseren  Leben aber - wenn wir auf astraler Ebene die Entwürfe für unsere nächsten Leben vergleichen - wenn wir mit unseren Seelengefährten wie engsten Freunden und Feinden Absprachen treffen, wo und wie wir gedenken, uns in kommender Inkarnation zueinander zu verhalten, dann gehen wir selbstredend wieder und wieder davon aus, dass wir dieses Mal nicht tun, was wir das letzte Mal getan haben. Und das vorletzte Mal. Und das vorvorletzte Mal...

 

Denn in den Himmeln sind wir infolge aufrichtiger Bemühung und intensiver Aufarbeitung in der Zwischenzeit wieder liebste Freunde geworden. 

Eines Besseren belehren soll uns jedoch jedes Mal die gegenständlich gewordene Inkarnation selbst. Eine Inkarnation, die selbstverständlich nicht unserem Wünschen und Erwarten ersehnte Bestätigung geben wird, sondern tatsächlich ganz genau in der Art und Weise ablaufen wird, wie auch alle vorhergehenden Inkarnationen abgelaufen sind. Bedeutet, ich morde B, oder aber B mordet mich. Ich spanne B den Mann aus, oder aber B mir. Wer auch immer gerade an der Reihe ist. Selten auch, wer für diesen Moment einen Tick schneller war.

 

Zu dumm auch, denn: Wir haben wieder einmal vergessen. Und es erneut getan. Das, was wir eigentlich exakt und genau nicht tun wollten. Aber das haben wir ja auch vergessen. Nach unserem Ableben werden wir uns dennoch erneut höchst erstaunt darüber zeigen, dass das Phänomen stetiger Synchronizität auch dieses Mal zugegen war. Vielleicht - wirklich nur ganz vielleicht, wäre die Fragestellung eine Überlegung wert, wer hier eigentlich was zu begreifen hat. Denke ich mir manchmal...

 

Die sich mir hier und heute präsentierenden Konfliktbeziehungen scheinen somit alle nur ein Problem zu kennen. In beschriebener Weise und von meiner besten (medial begabten, s.o.) Freundin durfte ich mir somit zweifelsfrei bestätigen lassen, dass das einzige Problem jeder dieser meiner gegenwärtigen Konfliktbeziehungen wäre, dass wir wiederholt getan hätten, was wir ganz genau dieses Mal eigentlich nicht tun wollten. Was ich leider immer erst hinterher erfahren sollte. Sprich, als ich es bereits wieder getan hatte.

 

Tatsache ist, dass ich von derlei problematischen Karmakontakten mittlerweile eine ganze Reihe um mich versammelt habe. Habe ich doch im Laufe meiner zahlreichen Leben nicht nur B, sondern ebenso und in gleicher Weise auch C, D, E und F - sagen wir der Einfachheit halber, durch die Bank weg bereits einmal das gesamte Alphabet umgebracht. Was mir mein heutiges Leben zugegeben nicht gerade einfach macht. Denn siehe: All dieses Karma will nun hier und heute abgearbeitet werden.

 

Dennoch habe ich gelernt. Ich habe gelernt, in jeglicher Art des zwischenmenschlichen Kontakts nun jedes Mal ausnahmslos das genaue Gegenteil zu tun. Das exakte Gegenteil von dem, was zu tun mir eigentlich das Naheliegendste wäre. Und hoffe nun auf diese Weise, mein Karma endlich in den Griff zu bekommen. Leichter geworden ist mein Dasein seitdem allerdings nicht. Frag mich wieso - aber langsam weiß ich auch nicht mehr weiter...

 

 

Doch bezaubernde Botschaft, wundersame Kunde wie prächtiges Geschenk des Himmels, das meinen aufreibenden Bemühungen ein vorzeitiges Ende setzt: Wir haben kein Karma mehr. Die neuen Zeiten haben uns noch ausstehender Verbindlichkeiten enthoben, der Dienst des Karma wurde eingestellt.

 

 

Alles, was mir jedoch tiefsten Herzens zu sagen bleibt, ist: Gott – sei – Dank.